Haftpflichtversicherung Lexikon

Sie wollen sich detaillierter über das Thema Haftpflichtversicherung informieren oder haben einen Begriff nicht verstanden? Kein Problem: In unserem Lexikon erklären wir Ihnen die wichtigsten Begriffe aus dem Bereich Privathaftpflicht.

Allmählichkeitsschaden

Als Allmählichkeitsschäden gelten Schäden, die durch Feuchtigkeit oder Niederschlag verursacht werden. Zu den Niederschlägen zählen Regen, Schnee, Hagel, Staub, Ruß und Rauch. Zudem sind Schäden abgedeckt, die durch Gase, Mineralöle, Dämpfe oder bestimmte Temperaturen entstehen.

Allmählichkeitsschäden sind nicht standardmäßig durch eine Privathaftpflichtversicherung abgedeckt. Sie sollten daher darauf achten, ob solche Schäden vom Versicherungsschutz ausgeschlossen sind. Oftmals kann diese Schadensart durch einen Premium-Tarif versichert werden.

Deckungssumme

Als Deckungssumme wird bei der privaten Haftpflichtversicherung die Summe bezeichnet, bis zu der ein Versicherer einen versicherten Schaden höchstens übernimmt. Liegt bei der privaten Haftpflichtversicherung die Deckungssumme für Personenschäden beispielsweise bei einer Million Euro, übernimmt der Haftpflichtversicherer die Schadenkosten bis zu dieser Höchstgrenze. Darüber hinausgehende Schadenskosten muss der Versicherungsnehmer selbst bezahlen.

Die Deckungssumme kann bei den meisten Anbietern von Haftpflichtversicherungen individuell bestimmt werden (eine, drei, fünf oder zehn Millionen Euro). Oftmals ist die Höhe der Deckungssummen auch vom Tarif abhängig (Basis-, Komfort- und Premium-Tarif). Versicherer bieten meist unterschiedliche Tarife mit verschiedenen Leistungen an, sodass ein passgenauer und günstiger Haftpflichtschutz möglich ist. Die Deckungssumme wird oft auch als Versicherungssumme bezeichnet.

Tipp: Achten Sie beim Abschluss einer Privathaftpflicht darauf, dass es unterschiedliche Schadensarten und Versicherungssummen gibt. Beispielsweise ist die Deckung für Vermögensschäden oftmals eine andere als für Sach- oder Allmählichkeitsschäden.

Deliktunfähigkeit

Eine deliktunfähige Person kann für einen von ihr verursachten Schaden nicht haftbar gemacht werden kann. Für die Deliktunfähigkeit kann es verschiedene Gründe geben. Laut § 828 des Bürgerlichen Gesetzbuches sind beispielsweise Personen, die das siebte Lebensjahr noch nicht vollendet haben, deliktunfähig. Sollte also ein Sechsjähriger vorsätzlich oder fahrlässig einen Schaden verursachen, kann er dafür nicht haftbar gemacht werden. Verursacht ein Kind unter zehn Jahren im Straßenverkehr einen Schaden, gilt es ebenfalls als deliktunfähig.

Haben die Eltern des Kindes ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt, müssen auch diese dem Geschädigten den Schaden nicht ersetzen. Gilt der Versicherungsschutz auf für deliktunfähige Kinder, übernimmt die Versicherung etwaige Schadenskosten auch dann, wenn die Eltern ihre Aufsichtspflicht verletzt haben. Dieser zusätzliche Versicherungsschutz kostet kaum etwas mehr und lohnt sich in der Regel.

Wichtig: Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene können unter bestimmten Umständen deliktunfähig sein und somit für ihr Handeln nicht im Sinne des Gesetzes haftbar gemacht werden - beispielsweise wenn eine Person unter einer psychischen Krankheit leidet. Ob in solchen Fällen Versicherungsschutz besteht, ist im Einzelfall den Versicherungsbedingungen zu entnehmen.

Um als Geschädigter nicht auf seinen Kosten sitzen zu bleiben, weil der Schadensverursacher keinen Schadenersatz leisten kann, kann eine Haftpflichtversicherung inklusive Ausfalldeckung abgeschlossen werden. Dann übernimmt der Versicherer ab einem bestimmten Betrag die Schadenkosten.

Fahrlässigkeit

Der Begriff der Fahrlässigkeit spielt im Bereich der Haftung - und somit auch bei der privaten Haftpflichtversicherung - eine wichtige Rolle. Im Straf- und Zivilrecht wird der Begriff jeweils unterschiedlich definiert. Zivilrechtlich wird zwischen einfacher und grober Fahrlässigkeit unterschieden. Ein einfaches fahrlässiges Handeln liegt in der Regel vor, wenn eine Person die erforderlichen Sorgfaltspflichten verletzt und es dadurch zu einem Schaden kommt.

Schäden, die aus Versehen oder Unwissenheit entstehen, sind in der Regel durch die private Haftpflichtversicherung abgedeckt. Eine grobe Fahrlässigkeit hingegen kann dazu führen, dass der Versicherer Leistungen entsprechend der Schwere des Verschuldens kürzt. Grob fahrlässig handelt eine Person, die hätte wissen können, dass durch Ihr Verhalten ein Schaden entstehen kann. Wer also Schäden in Kauf nimmt, weil er zu bequem ist, um sich zu informieren oder sich Gedanken über die Handlungssituation zu machen, handelt grob fährlässig und riskiert seinen privaten Haftpflichtschutz.

Gefälligkeitsschaden

Ein Schaden, der durch die freiwillige und unentgeltliche Hilfe entsteht, wird im Rahmen der privaten Haftpflichtversicherung als Gefälligkeitsschaden bezeichnet. Diese Schadensart gehört nicht standardmäßig zum Basis-Haftpflichtschutz. Bei den meisten Anbietern kann dieser Versicherungsschutz jedoch durch einen Aufschlag mitversichert werden.

Manche Versicherungsgesellschaften bieten auch Premium-Tarife an, bei denen Gefälligkeitsschäden inklusive sind. Zu beachten ist, dass die Deckungssumme für diese Schadensart oftmals geringer ist als bei Personen-, Vermögens- und Sachschäden.

Personenschaden

Ein Personenschaden liegt im Bereich der privaten Haftpflichtversicherung vor, wenn eine Person durch einen Unfall erkrankt, verstirbt, verletzt oder invalide wird. Benötigt der Geschädigte eine medizinische Betreuung, Heilbehandlungen, Umschulungen oder bestimmte Therapien, werden die Kosten dafür von der Privathaftpflicht des Versicherten übernommen.

Zudem deckt eine Privathaftpflicht Schadenersatzansprüche in Form von Verdienstausfallzahlungen, Schmerzensgeldern oder lebenslangen Renten- und Invaliditätsleistungen ab. Da Personenschäden nicht nur äußerst bedauernswert, sondern oftmals auch sehr teuer sind, sollten Sie darauf achten, dass die Deckungssumme nicht zu niedrig angesetzt wird.

Sachschaden

Wird ein Gegenstand oder eine Sache einer dritten Person teilweise oder vollständig beschädigt oder gar vernichtet, spricht man im Bereich der Privathaftpflichtversicherung von einem Sachschaden. Hat der Versicherungsnehmer einen Sachschaden verursacht, übernimmt die Haftpflichtversicherung in der Regel die Reparatur- oder Wiederbeschaffungskosten des Geschädigten.

Einige Arten von Sachschäden können im Rahmen der Allmählichkeitsschäden versichert werden. Jedoch enthält nicht jeder Tarif diese Schadenskategorie. Beachten Sie, dass die Deckungssummen für Vermögens-, Personen- und Sachschäden oftmals unterschiedlich hoch sind. Dies gilt auch manchmal für Mietsachschäden, die von vielen Anbietern separat behandelt werden.

Selbstbehalt

Wer bei seiner privaten Haftpflichtversicherung einen Selbstbehalt vereinbart, muss bei Schäden einen Teil der Kosten selbst bezahlen. Dieser Sachverhalt wird auch als Selbstbeteiligung bezeichnet. Wird ein Selbstbehalt vereinbart, verringert sich dadurch der Versicherungsbeitrag. Faustregel: Je höher der Selbstbehalt, desto niedriger der Beitrag.

Wichtig: Manche Tarife enthalten bezüglich bestimmter Schadensarten und -ursachen automatisch einen Selbstbehalt, zum Beispiel beim Versicherungsschutz für deliktunfähige Kinder. Prüfen Sie daher vor Vertragsabschluss, ob beziehungsweise wo und wann eine Selbstbeteiligung fällig wird.

Schadensarten

Prinzipiell sind durch eine Haftpflichtversicherung Vermögens-, Sach- und Personenschäden versichert. Zudem wird bei der Haftpflichtversicherung in der Regel zwischen folgenden Schadensarten unterschieden:

  • Allmählichkeitsschaden
  • Vermögensschaden
  • Personenschaden
  • Gefälligkeitsschaden
  • Mietsachsschaden
  • Sachschaden

Wichtig: Ob jedoch nun Mietsachschäden mitversichert sind oder unter die Schadensart Sachschäden fallen, kann vom einzelnen Versicherer und dem gewählten Tarif abhängig sein. Zudem sollten Sie darauf achten, dass die Höhe der Deckungssumme je Schadensart variieren.

Mietsachschaden

Der Begriff Mietsachschaden umfasst Schäden, die an gewerblich oder privat genutzten Mietobjekten entstehen. Im Bereich der privaten Haftpflichtversicherung bezieht sich der Versicherungsschutz in der Regel auf Gebäude- und Grundstücksschäden. Verursacht eine versicherte Person beispielsweise einen Schaden in der Miets- oder Ferienwohnung (oder einem Hotel), übernimmt der Versicherer die Kosten bis zur vereinbarten Versicherungssumme. Für Eigentümer gilt der Haftpflichtschutz bei Schäden am Gemeinschaftseigentum (Sondereigentum).

Ein über den Basis-Haftpflichtschutz hinausgehender Tarif deckt oftmals auch Sachschäden an gemieteten Sachen, wie zum Beispiel medizinischen Geräten, ab. In solchen Fällen ist jedoch meist eine Selbstbeteiligung zu leisten und die Kostenübernahme auf eine bestimmte Summe begrenzt.

Vermögensschaden

Die Übernahmen von Vermögensschäden, die eine dritte Person erleidet, gehörten neben Sach- und Personenschäden zu den Standardleistungen einer privaten Haftpflichtversicherung. Diese Schadensart tritt auf, wenn einer dritten Person durch schuldhaftes Verhalten ein finanzieller Schaden entsteht. Im Bereich der Vermögensschäden wird zwischen „echten/reinen“ und „unechten“ Vermögensschäden (auch Vermögensfolgeschäden genannt) unterschieden. Hierzu im Folgenden jeweils ein Beispiel:

  • Echter/reiner Vermögensschaden: Angenommen Ihr Nachbar bohrt die Stromleitung an, sodass der Strom ausfällt. Genau in diesem Moment wollen Sie Ihre Aktien verkaufen. Als der Strom wiederhergestellt ist, ist der Verkaufspreis Ihres Wertpapiers so stark gesunken, dass Sie keinen Gewinn, sondern einen Verlust erzielen würden. Durch das fahrlässige Verhalten ihres Nachbarn ist Ihnen ein echter Vermögensschaden entstanden.
  • Unechter Vermögensschaden: Angenommen Sie schließen Ihre Waschmaschine falsch an und es kommt dadurch zu einem Wasserschaden. Das Wasser dringt in die unter ihrer Wohnung liegende Schneiderei ein und zerstört eine Nähmaschine. Dadurch ist es dem Schneider nicht möglich, einen Anzug wie vereinbart fertig zu stellen. Der Einkommensverlust stellt einen Vermögensschaden dar, der sich in Folge der zerstörten Nähmaschine ereignet hat.

Viele private Haftpflichtversicherungen decken standardmäßig nur Vermögensschäden ab, die weder durch Personen- noch durch Sachschäden entstanden sind. Es besteht jedoch oftmals die Möglichkeit, den Versicherungsschutz in diesem Bereich durch die Wahl eines leistungsstärkeren Tarifs zu erweitern.

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